90. Kommentar: 30. Juli 2017, 10:24
Dear Herr Kornemann,
Today I found your write-up about Villa Grau in Breslau. I have a letter – the last written by Joachim Grau, shortly before his death in a suicide mission in the Ukraine – which I would like to deposit with a German archive. Perhaps the Munich library that holds the volumes about Villa Grau would be suitable. What I have is an extraordinary letter written to my father, Heinz Oschinsky (Breslau 1908 – Sydney 1973). My father was Joachim Grau’s best friend. His widow, Helga Dester’s mother, sent it to my father after the war, and my father arranged for Tilla, her new husband, and the two children to go to Australia where my father had been deported from the UK and interned during WWII. Amongst other things, it does contain something about what happened to the house during the Nazi period, but it is primarily of interest because of his anti-Nazi sentiments and his views on his impending death. I do not know whether Helga Dester (whom I have never met) has a copy of the letter – if she does not, she would surely want a copy.
Kind regards,
Rosemary Pattenden (Professor)
Sehr geehrter Herr Kornemann,
heute habe ich Ihre Aufzeichnungen über die Villa Grau in Breslau gefunden. Ich habe einen Brief – der letzte von Joachim Grau, geschrieben kurz vor seinem Tod in einer Selbstmord-Mission in der Ukraine – den ich einem deutschen Archiv hinterlassen möchte. Vielleicht wäre die Münchner Bibliothek, die die Bände über die Villa Grau besitzt, geeignet. Was ich habe, ist ein ganz außergewöhnlicher Brief an meinen Vater, Heinz Oschinsky (Breslau 1908 – Sydney 1973). Mein Vater war Joachim Graus bester Freund. Seine Witwe, die Mutter von Helga Dester, schickte den Brief nach dem Krieg an meinen Vater, und mein Vater arrangierte für Tilla, ihren neuen Ehemann und die beiden Kinder nach Australien zu gehen, wo mein Vater aus dem Vereinigten Königreich deportiert und im Zweiten Weltkrieg interniert wurde. Unter anderem enthält er Informationen über das, was mit dem Haus während der Nazi-Zeit geschehen ist, aber er ist vor allem wegen seiner Anti-Nazi-Gefühle und seinen Ansichten über seinen bevorstehenden Tod interessant. Ich weiß nicht, ob Helga Dester (die ich noch nie getroffen habe) eine Kopie des Briefes besitzt. Eine Kopie des Briefes würde sie sich sicher wünschen.
Freundliche Grüße
Rosemary Pattenden
Professor
Liebe Frau Pattenden, Ihre E-Mail vom 30. Juli habe ich mit großem Interesse gelesen. Die Familie Grau hatte in Jannowitz, das heutige Janowice Wielki, ca. 100 km von Breslau (heute Wroclaw) entfernt, seinen Zweitwohnsitz. Der erste Wohnsitz der Familie Grau war in Breslau in der Schweidnitzer Str. 8. Ich selbst bin Jahrgang 1949 und damit kein Zeitzeuge, der zu dem damaligen Geschehen etwas sagen kann. Zeitzeugen, die noch etwas berichten könnten, sind inzwischen verstorben. So habe ich auch erst durch Ihre E-Mail erfahren, dass Joachim Grau in einer Selbstmord-Aktion in der Ukraine ums Leben gekommen ist. Da, wie Sie schreiben, die Münchener Bibliothek die Bände über die Villa Grau hat, halte ich es für angebracht, diesen interessanten Brief von Joachim Grau an Ihren Vater, dem Archiv zu vermachen. Ich bin mir sicher, daß Frau Helga Dester über eine Kopie dieses Briefes sehr erfreut sein wird. Leider ist mir die Anschrift von Frau Helga Dester (mit der ich nie Kontakt hatte) nicht bekannt. Sie soll seit mehr als 60 Jahren in Australien leben.
Ich bedaure es, dass ich Ihnen mit meiner Antwort nicht mehr mitteilen kann und verbleibe mit herzlichen Grüßen
Ihr Heinz Kornemann
Dear Mrs. Pattenden,
I have read your e-mail from the July 30 with great interest. The family Grau owned a second-residence in Jannowitz, (today Janowice Wielki 100 km from Breslau, today Wroclaw). The first residence of the family Grau was in Breslau in Schweidnitzer Str. 8. I myself I was born in 1949 so I am not a contemporary witness, who can really say something about the events of that time. Contemporary witnesses who could still report something have already dead. Only by your e-mail I learned that Joachim Grau died in a suicide-action in the Ukraine.
You wrote, that the Münchener library ownes the volumes about the Villa Grau, I think it would be appropriate, to give this interesting letter of Joachim Grau to the archive. I am sure that Mrs. Helga Dester would be very happy to receive a copy of the letter. Unfortunately I do not know the address of Mrs. Helga Dester, since I never had contact with her. I heard she has been living in Australia for more than 60 years. I am sorry to have no more information for you.
Sincerely regards
Heinz Kornemann